Sicherheit und Kommunikation: Exkursion zur Bundeswehr nach Berlin

Weder musste irgendjemand strammstehen, noch wurde exerziert: Eine Woche war eine Gruppe Studierende des Fachs Nachhaltige Sozialpolitik der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bei der Bundeswehr in Berlin eingeladen. Im Schwerpunkt Kommunikation unter Leitung von Prof. Dr. Hektor Haarkötter war das Thema der Exkursion die Sicherheitspolitik und deren Kommunikation durch Bundeswehr und Bundesverteidigungsministerium.

Auch ohne Strammstehen war das Programm der fünftägigen Reise stramm: Am ersten Tag gab es eine Einführung in die Aspekte der Sicherheitspolitik durch den Seminarleiter Reiner Lenzen. Dr. Maria Baumann, Senior Policy Fellow beim Zentrum für Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), gab einen Überblick von der deutschen zur europäischen Zeitenwende. Die Bedeutung der NATO-Ostflanke und der deutschen Brigade in Litauen hob Oberstleutnant Sebastian Grünberg, Medienoffizier beim Kommando Heer, hervor. Hauptmann Jasmin Flores Trenado, Special Training-Command, stellte die Ausbildungsmission European Union Military Assistance der Mission Ukraine (EUMAM UA) vor, in deren Rahmen ukrainische Soldaten in deutschen Kasernen ausgebildet werden. Ein Ausflug ins Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ und ein vierstündiger Workshop „Propaganda und Gewalt – Angriff auf die Weimarer Demokratie“ von Historiker Jan-Paul Hartmann zeigte eindrücklich, dass Fragen der Sicherheitspolitik und der politischen Kommunikation in Deutschland nie abgelöst von der deutschen Geschichte betrachtet werden können.

Im Bundesverteidigungsministerium wurde die Gruppe der H-BRS über Deutschlands neue Rolle in der NATO und die speziellen Aufgaben und Herausforderungen für die Bundeswehr informiert. Über die mediale Berichterstattung zu sicherheitspolitischen Themen und vor allem die Entwicklungen in Osteuropa wurden die Studierenden im Funkhaus der Deutschen Welle in Berlin von Roman Goncharenko aus der Hauptabteilung Russia Ukraine and Eastern Europe unterrichtet. Botschafter a. D. Christoph Eichhorn wusste in den Räumlichkeiten der Redaktion Bundeswehr eindrucksvoll zu erzählen, wie Moskau versucht, die USA aus Europa hinauszudrängen. Maria Carlsson schließlich, Referent für Sicherheitspolitik im Bundespresseamt, erklärte und diskutierte mit den Studierenden die Regierungskommunikation dieser Kommunikationsbehörde der Bundesregierung.


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