Sieben außergewöhnliche Tage mit Anna Freud

Nächste Lesungen: 14.06.2026 Buchhandlung Böttger Bonn (20 Uhr)
„Die Mutter selbst fand mich nicht hübsch, und Schwestern
(aus Anna Freuds Lieblingsbuch „Cyrano de Bergerac“)
besaß ich nicht. Vor jedem Liebestraum
Ließ mich die Furcht vor Spott erbeben.
Dir dank ich’s, dir allein, dass durch mein Leben
Gestreift ist eines Frauenkleides Saum.“
Im Spätsommer 1956 kommt es in London zu einem ungewöhnlichen Treffen, um das sich bis heute viele Geheimnisse ranken: Marilyn Monroe, damals der größte Star Hollywoods, sucht die Psychoanalytikerin Anna Freud in deren Haus in Hampstead auf. Sieben Tage lang begegnen sich zwei Frauen, die auf völlig unterschiedlichen Bühnen agieren und doch von ähnlichen Fragen getrieben sind: Identität, Begehren, Selbstbild und innerer Zerrissenheit.
Diese Begegnung ist zwar dokumentiert, doch was genau zwischen den beiden geschah, blieb lange im Dunkeln…

Der Kommunikationswissenschaftler und Filmemacher Hektor Haarkötter rekonstruiert in seinem Buch erstmals umfassend die Hintergründe dieser Woche. Auf Basis von Biografien, Briefen, Tagebüchern und zeitgeschichtlichen Quellen zeichnet er ein vielschichtiges Bild und verbindet akribische Recherche mit kühnen, wissenschaftlich inspirierten Hypothesen.
Im Zentrum steht eine Marilyn Monroe in einer existenziellen Krise: Konflikte am Filmset, Medikamentensucht, eine zerbrechende Ehe. Sie ist geprägt von Selbstzweifeln, Ängsten und dem Gefühl innerer Zerrissenheit.Ihr gegenüber steht Anna Freud: eine der prägendsten Figuren der Psychoanalyse, die im Schatten ihres Vaters Sigmund Freud steht, ihre eigene Rolle als Wissenschaftlerin behauptet und zugleich mit persönlichen Spannungen und biografischen Brüchen ringt.
Das Buch nähert sich beiden Frauen jenseits von Mythos und Ikonografie: Es zeigt eine hochintelligente, verletzliche Norma Jeane hinter der Figur Marilyn Monroe und zeichnet zugleich ein differenziertes Porträt Anna Freuds als Intellektuelle und Mensch.

Ausgehend von den überlieferten Spuren entwickelt Haarkötter eine ebenso provokante wie faszinierende Deutung dieser Begegnung: Zwischen den beiden Frauen entsteht – so seine These – eine intensive emotionale Nähe, die auch als Liebesbeziehung interpretiert werden kann. Dies eröffnet völlig neue Perspektiven auf beide Biografien und zugleich zur Diskussion einlädt.
Das Buch bewegt sich bewusst im Spannungsfeld zwischen historischer Rekonstruktion und erzählerischer Annäherung – eine Form von „true science“, die dort, wo Quellen Lücken lassen, mit begründeten Hypothesen arbeitet. Ein außergewöhnlicher Zugang zwischen Sachbuch, Essay und narrativer Non-Fiction!
Hektor Haarkötter:
Marilyn Monroe liegt auf der Couch und spricht über Sex.
Sieben außergewöhnliche Tage mit Anna Freud.
Wien: Carl Ueberreuter Verlag 2026
216 S., 28€, ISBN: 978-3-8000-8110-3

Pressestimmen

„Hektor Haarkötter gelingt eine der interessantesten und differenziertesten Annäherungen an Marilyn Monroe der letzten Jahre: ein Buch, das Popkultur ernst nimmt, ohne ihre Widersprüche zu glätten.
(Anna Winter, Wild Magazin)
Das Buch ist weit mehr als eine Untersuchung historischer Anekdoten. Es ist eine kluge Reflexion über Weiblichkeit, Macht und Öffentlichkeit – und zugleich eine eindringliche Erinnerung daran, dass hinter jeder Ikone ein Mensch existiert, dessen Geschichte oft erst sichtbar wird, wenn der Mythos Risse bekommt.“

„Wer die Monroe für immer im Herzen trägt, für den ist dieses Buch eine Zwangsanschaffung. Wer sich als Cinematographen sieht, kommt einfach nicht an diesem Titel vorbei. Wer in der Psychoanalyse (Freudscher Prägung) mehr als nur den Drang zum Sex sieht und ein kleines Faible für Klatsch hat, wird hier ebenso vorzüglich bedient wie alles, die einfach nur ihren Horizont erweitern wollen. Ein aufsehenerregender Titel, der zwischen den Buchdeckeln hält, was außen versprochen wird.“
(LovelyBooks)

„Das große Verdienst des deutschen Kommunikationswissenschaftlers Hektor Haarkötter ist es also schon mal, dieses beeindruckende Treffen überhaupt ins Rampenlicht zu rücken. Sein Buch mit dem gleich zum Kern der Sache vorstoßenden Titel „Marilyn Monroe liegt auf der Couch und spricht über Sex“ ist der Versuch, diese prominente Therapie zu rekonstruieren. Auch der Frage, warum die Treffen nur eine Woche lang stattfanden – die Psychoanalyse ist bekanntermaßen nicht gerade als Kurzzeittherapie angelegt –, geht er nach. Überhaupt steckt diese ganze Story voller spannender Rätsel.“
(Süddeutsche Zeitung)

„… der wahre, kaum bekannte Kern ist ein spannender Aspekt im viel zu kurzen Leben der Jahrhundertschauspielerin“.
(Kronenzeitung, Österreich)

„Sie fand erotische Erfüllung bei Frauen“.
(Express Köln)

„AUF DER COUCH. Wie die sieben psychoanalytischen Sitzungen von Anna Freud und Marilyn Monroe im Jahr 1957 in London verlaufen sein könnten, führt Hektor Haarkötter aus: „Marilyn Monroe liegt auf der Couch und spricht über Sex“ (Ueberreuter) ist notgedrungen höchst spekulativ, der Autor nennt das Genre, analog zu ‚True Crime‘, hier ‚True Science’“.
(Schaufenster – Die Presse)

„Haarkötter gelingt hier ein nahbares Bild zweier prägender weiblicher Persönlichkeiten wie sie waren und gewesen sein könnten. Dass ihm die Arbeit an seinem Werk Freude bereitet hat, spürt man zwischen den Zeilen; als Leserin lässt man sich gerne auf diese Überlegungen ein.“
(„Österreich“)

„Während Londoner Dreharbeiten soll Marilyn Monroe mehrere psychoanalytische Sitzungen mit Anna Freud, Sigmund Freuds Kronprinzessin, abgehalten haben. Leider existieren keine Protokolle zu diesen Sessions, aber der deutsche Kulturtheoretiker und Autor Haarkötter recherchiert aus Primärquellen wie Briefen und Tagebüchern wie diese Sitzungen abgelaufen sein könnten und zeichnet dabei die Porträts dieser beiden Frauen.“
(Profil Online)