Konferenz der Union for Democratic Communication

In Ithaca im Staat New York habe ich am vorletzten Oktoberwochenende die großartige Konferenz der Union for Democratic Communications (UDC) besucht, mitveranstaltet von Project Censored und ausgerichtet vom Park Center for Independent Media des Ithaca College. Allein schon ein Uni-Institut für „unabhängige Medien“ ist ein absolutes Unicum, von dem man in Deutschland nur träumen könnte. Das Project Censored ist die amerikanische Partnerorganisation der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) e.V., deren Vorsitzender ich bin. Es kann auf 50 Jahre Tätigkeit im Zeichen von Medienkritik und demokratischer Kommunikation zurückblicken. Dieser Jahrestag wurde auf der Konferenz gebührend gefeiert.

In einem gemeinsamen Panel, moderiert vom Direktor des Project Censored, Mickey Huff, haben wir auf diese 50 Jahre mit all dem Medienwandel, der politischen Geschichte und den Verwerfungen der jüngsten Vergangenheit geblickt. Mitdiskutiert haben mein guter Freund Steve Macek aus Chicago, Robin Anderson aus New York City und die Medienethikerin Mischa Geracoulis.

In meinem Panelbeitrag habe ich auf die Wichtigkeit internationaler Zusammenarbeit in Sachen Medienkritik und Medienbeobachtung hingewiesen. Insbesondere die Forschungsfelder Nachrichtengeographie und Agenda Cutting habe ich dabei betont. Nachrichtengeographie weist darauf hin, dass es neben News-Zentren auch News-Peripherien gibt, die praktisch keine Chance haben, in den Nachrichten vorzukommen. Agenda Cutting ist das Konzept, das untersucht, warum bestimmte Themen es in Redaktionen immer wieder unheimlich schwer haben, um in der Zeitung oder in den Nachrichten zu landen. Der INA-Sammelband zum Agenda Cutting wird im kommenden Januar auf englisch erscheinen.


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