Seit einigen Wochen beherrscht ein gestrandeter Wal in der Ostsee die deutschen Nachrichten. Viele Mediennutzer:innen sind verwundert, wie eine solch triviale Geschichte so lange die Medien dominieren kann. Gibt es nichts Wichtiges? Das hat die Wissenschaftssendung Quarks im WDR5-Radio mich als Journalismusforscher gefragt. In einem recht umfänglichen Interview, das aber selbst noch nicht Walfisch-Dimensionen erreicht hat, reden wir über Saure-Gurken-Zeit, Nachrichtenfaktoren, Vergessene Nachrichten und die Arbeit der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) e.V., deren Vorsitzender ich bin.
Übrigens leben in der Ostsee, von der hier die Rede ist, zwischen 200 und 600 Wale. Dass ein solcher Wal mal strandet und dabei sogar verendet, ist auch nichts Ungewöhnliches. Nach Schätzungen stranden jedes Jahr an den Küsten der Weltmeere tausende Wale und Delphine. Die wenigsten schaffen es zurück ins Meer und versterben darum an Land. Das ist für die armen Tiere traurig, aber in den meisten Fällen nicht zu ändern. Die häufigste unnatürliche Todesursache für Wale und Delphine ist etwas ganz anderes, nämlich die Schleppnetze von Fischern. All diese Fakten waren aber leider in der Berichterstattung über Wal Timmy nicht zu hören.
Das ganze Interview lässt sich in der ARD-Audiothek nachhören. Es findet sich im gesamten Audiostream der Sendung Quarks vom 22.April 2026 ab Minute 43:36 (das ist der Beginn der zweiten Sendestunde von Quarks):
WDR5: Quarks Wissenschaft und mehr (22.04.2026)
Um es etwas einfacher zu machen, habe ich nur die Interview-Sequenz herausgeschnitten und hier hochgeladen:

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